Leaving The City

Von Daniel • 20. November 20160 Kommentare

New York City, Aufbruchstimmung. Auf der New York Times steht neben dem aktuellen Datum auch der heutige Tag: Monday, 10. September 2007. Der Himmel ist bedeckt, es wird regnen. Ich stehe in der Schlange bei Starbucks, es ist saukalt (wegen der Klimaanlage).

«Time to go», singt die Decke.
«One tall Latte to go», singe ich.

Leute gehen und laufen an der großen Scheibe vorbei, in alle Richtungen, schnell, langsam. Handy am Ohr, in der Hand, Botschaften lesen oder tippen. Viele Blackberrys, ein paar iPhones – die sind erst vor zwei Monaten erschienen.

Leggins unterm Rock, Handtasche, Sonnenbrille, Jaywalking. Ampeln schalten, Taxis rasen. Zwei Rettungswagenfahrer ruhen sich aus, träumen.

Viertel nach eins: Zeit zu gehen, jetzt aber wirklich. Es regnet. Ein mächtiges Feuerwehrfahrzeug bahnt sich lärmend den Weg durch die Häuserschluchten. Ein Höllenlärm ist das, ein großes Spektakel. Ich werde das alles vermissen – das Chaos, die rauchenden Straßen, das Durcheinander. Als ich 1997 das erste Mal in dieser Stadt war, überwältigten mich die Gerüche, die Geräusche und der Trubel. Ich war 12 Jahre alt und hatte schon Schwierigkeiten, mir vorzustellen, einen Kontinent zu verlassen. Erst in London zu sein und einige Stunden später tatsächlich in New York, in einer anderen Zeitzone. Mein zweiter Besuch zehn Jahre später war schon abgeklärter. Doch New York fasziniert noch immer ungemein.


Am Flughafen warten Deutsche brav am Eingang, viele stehen. Es piept komisch, die Leute stürmen ins Flugzeug. Eilig und gierig drängeln. Noch 45 Minuten bis zum Start, wir stehen auf dem Vorfeld in der Schlange. Vor uns 14 Flugzeuge, schön aufgereiht. Vorne schreit ein Baby. Vier Reihen zum Notausgang. Zum Klo muss ich den halben Airbus durchwandern. Vielleicht kann ich mir ein Fahrrad leihen.

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