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Leaving The City

Die letzte Tag in New York City neigt sich seinem Ende entgegen, Aufbruchstimmung. Es ist Zeit, Goodbye zu sagen.

Auf der New York Times steht neben dem aktuellen Datum auch der heutige Tag: Monday. Heute ist der 10. September 2007, der Himmel ist bedeckt, es wird regnen. Ich stehe in der Schlange bei Starbucks, es ist saukalt, wegen der Klimaanlage. Ich übe ihm Kopf meine Bestellung: tall Latte to go, tall Latte to go. Und die Decke singt: Time to go.

Leute eilen an der großen Fensterscheibe vorbei, in alle Richtungen, schnell, schnell, schnell. Handy am Ohr oder in der Hand, Botschaften lesen oder tippen. Viele Blackberrys, ein paar iPhones – die sind erst vor zwei Monaten erschienen. Leggins unterm Rock, Handtasche in der Armbeuge, Sonnenbrille auf der Nase. Jaywalking, Ampeln schalten, Taxis rasen. Zwei Rettungswagenfahrer ruhen sich aus und träumen.

13:15 Uhr

Zeit zu gehen, jetzt aber wirklich. Ein feiner Regen benässt die Stadt. Ein mächtiges Feuerwehrfahrzeug bahnt sich lärmend den Weg durch die Häuserschluchten. Ein Höllenlärm ist das, ein großes Spektakel. Ich werde das alles vermissen – das Chaos, die rauchenden Gullys, das wilde Durcheinander. Als ich im Dezember 1997 das erste Mal in dieser Stadt war, überwältigten mich die Gerüche, die Geräusche und der Trubel. Ich war zwölf Jahre alt und hatte schon Schwierigkeiten, mir vorzustellen, einen Kontinent zu verlassen; erst in London zu sein und einige Stunden später tatsächlich in New York City, in einer anderen Zeitzone, auf einem anderen Kontinent. Hat meine schwache Vorstellungskraft gesprengt! Mein zweiter Besuch zehn Jahre später war dann schon abgeklärter. Doch New York City fasziniert mich noch immer ungemein. Ich werde wiederkommen.

Ich falle ins Taxi, «JFK, please.» Am Flughafen warten die Menschen brav am Gate, viele stehen, schließlich müssen sie noch lange genug sitzen. Es piept komisch, die Leute stürmen ins Flugzeug. Eilig und gierig drängeln sie nach vorne. Noch 45 Minuten bis zum Start, wir stehen auf dem Vorfeld in der Schlange. Vor uns vierzehn aufgereihte Flugzeuge. Warten. Vorne schreit ein Baby, flennt und zetert. Warten. Vier Reihen sind es zum Notausgang. Zum Klo muss ich den halben Airbus durchwandern. Vielleicht kann ich mir ein Fahrrad leihen.