Steak im Café Buenos Aires in Lissabon.

Zappa zapft in Lissabon

Von Daniel • 5. November 20160 Kommentare

In Barcelona habe ich Pizza gegessen, in Rom war ich bei McDonald’s – und in Lissabon esse ich beim Argentinier ein Steak.

Abends folge ich einer Empfehlung und sitze im Café Buenos Aires, in der Calçada do Duque. Die Wände sind gelb und die Türrahmen rot. In gemütlicher Atmosphäre flackern die Kerzen und der Tisch kippelt. Hier kann ich ungestört sitzen und schreiben, beobachten und nachdenken.

An einem großen Tisch sitzen ein paar Jungs, vielleicht Amerikaner, sie sehen aus, als würden sie viel Football spielen. Sie trinken Bier und essen nichts. Lachen aus vollen Kehlen.

Eine Frau mit schwarzen Haaren, die sie zu einem unordentlichen Haufen zusammengebunden hat, fragt nach meinen Wünschen.
Steak und Bier – und etwas Liebe.
Sie nickt. Kurzer Augenkontakt statt vieler Worte.
Sie ist hier die Chefin und gibt meinen einen Wunsch an die Küche weiter, den anderen an die Bar, wo Frank Zappa das Bier zapft. Zumindest sieht er so aus mit seinen langen Haaren und dem Bart und der üppigen Nase. Meinen dritten Wunsch vergisst die Chefin leider.

Zum Nachtisch: hausgemachtes Mandel-Eis.

Dann setzt sie sich an einen freien Tisch und radiert die alten Preise aus den Speisekarten und schreibt neue hinein. Später studieren ein Mann und seine Frau die radierten Karten, deren Angebote fünfzig Cent teurer sind als noch vor zehn Minuten. Für mich gelten die alten Preise, deshalb ist noch ein Nachtisch drin: Ich esse hausgemachtes Mandel-Eis und trinke entkoffeinierten (sic) Espresso.

Morgen ist das alles verdaut und nur noch eine Erinnerung. Die Details verblassen und die Dinge beginnen von vorne.

Café Buenos Aires
Calçada do Duque 31
Lissabon

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